Das Jubiläumsjahr der Prager Nationalgalerie im Namen des Kaisers Karl IV.

2016 feiert die Nationalgalerie in Prag 220 Jahre seit iher Gründung. Mit der Gründung im Jahre 1796 gehört sie zu einer der ältesten Kunstsammlungen weltweit. In dem Jubiläumsjahr wird in Tschechien zum ersten Mal der weltberühmte chinesische Konzeptualist Ai Weiwei seine Kunst ausstellen. Das Jahr 2016 wird in Tschechien von der Persönlichkeit des Kaisers Karl IV. geprägt, der vor 700 Jahren geboren wurde.  Der Geburtstag Karls IV. (14. Mai 1316) wurde auch zu einem der UNESCO-Weltjahrestage ernannt. Unter seinem Namen wird ein umfangreiches deutsch-tschechisches Kunstprojekt präsentiert.Bueste Kaiser Karls IV

Ende 2015 hat die Nationalgalerie in Prag das Logo zum 700. Jahrestag der Geburt Karls IV. zum ersten Mal vorgestellt. „Das Logo zur Feier dieses außerordentlich bedeutenden historischen Jahrestags, das die Nationalgalerie in Zusammenarbeit mit dem Studio Najbrt kreiert hat, wird von den allermeisten mitwirkenden Institutionen verwendet, die sich mit ihrem Programm den Feiern anschließen,“ erklärt Jiří Fajt, Generaldirektor der Nationalgalerie.

An dem Projekt nehmen nicht nur kulturelle, sondern auch akademische und wissenschaftliche Institutionen teil. Diese haben ein umfangreiches Angebot an Veranstaltungen vorbereitet, von thematischen Ausstellungen über Sonderführungen und Veranstaltungen an Orten mit historischen Denkmälern, die in Bezug auf die Persönlichkeit des Kaisers stehen.

Die internationale AusstellungKaiser Karl IV. 1316 – 2016“ in der Waldstein-Reithalle sowie im Karolinum, den historischen Räumen der Karlsuniversität, gehört eindeutig zu den wichtigsten Ausstellungsprojekten der Nationalgalerie im kommenden Jahr und präsentiert eine außerordentlich wertvolle Auswahl von Kultur- und Kunstdenkmälern aus der Zeit Karls IV. Ein Großteil davon wird überhaupt zum ersten Mal in der Tschechischen Republik gezeigt.
„Das Ausstellungsziel besteht darin, das Porträt Karls IV. frei von allen entstellenden ideologischen Überlagerungen zu zeigen und der breiten Öffentlichkeit ein plastisches Bild  dieser höchst markanten historischen Persönlichkeit mit ihren Licht- und Schattenseiten vorzuführen,“ erklärte Jiří Fajt, der führende Autor des internationalen Ausstellungsprojekts.

Gleichzeitig stellt das Projekt die erste tschechisch-bayerische Landesausstellung dar und findet nach Prag seine zweite Fortsetzung im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Die Schirmherrschaft haben die Premierminister beider Länder übernommen, Bohuslav Sobotka und Horst Seehofer, daneben auch der tschechische Primas Dominik Kardinal Duka. Mittels außergewöhnlicher Exponate aus allen Kunst- und Kunsthandwerkbereichen, kulturhistorischer und archivalischer Dokumente, die  aus über hundert führenden Museen, kirchlichen und privaten Sammlungen entliehen wurden, erhalten die Besucher die Möglichkeit, nicht nur die Persönlichkeit Karls IV., seine Inspirationen, Motivationen und Psychologie näher kennen zu lernen, sondern auch das Leben am Kaiserhof zu Prag sowie die Rolle, die er in seiner Reichspolitik der Kunst und der kunstvermittelten Erhebung seiner herrscherlichen Majestät zugewiesen hatte. Die Besucher der Ausstellung können sich auf ein reiches internationales Begleitprogramm freuen, an dem sich rund fünfzig karolinische Denkmäler zwischen Prag und Nürnberg beteiligen. In Nürnberg findet in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie in Prag,  dem GWZO Leipzig und der Universität Bamberg eine wissenschaftliche Konferenz zum Thema „Nürnberg in der Zeit  der Luxemburger“  statt. Nicht nur das spannende Begleitprogramm, sondern auch die Kuratoren-Führungenin sind ein starker Besuchermagnet der ganzen Ausstellung.

Im Mai beginnt auch die Ausstellung „Vita Caroli“ im Technischen Nationalmuseum in Prag. Besucher werden hier die Baukunst der Gotik bewundern können und über den enormen Bauboom erfahren, der unter der Herrschaft Karls IV. ausgelöst wurde.

Durch mehrere Ausstellungen wird auch die Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik die Zeit Karls IV. näherbringen. Die Ausstellung „Das Werk Karls IV. im Laufe der Jahrhunderte“ soll unter Anderem die Auswirkungen zeigen, die der Herrscher auf die damalige böhmische und europäische Gesellschaft hatte. Die Akademie bietet nicht nur Veranstaltungen für die breite Öffentlichkeit, sondern hat auch ein Fachprogramm vorbereitet – eine internationale wissenschaftliche Konferenz zur Außenpolitik Karls IV., ein Fachkolloquium, das der Literatur und den Literatursprachen in der Zeit Karls IV. gilt, eine Sommerschule zum Thema „Schrifttum, Bildung  und Kunst in der Zeit Karls IV.“ sowie weitere Vortragsreihen. Für Studenten und Schüler entsteht ein interaktives Lehrmittel in Form einer mobilen App, mit der die Nutzer die Zeit Karls IV. auf spielerische Weise kennenlernen können.

Die Karlsuniversität in Prag spielt in dem Veranstaltungsjahr natürlich eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit der Nationalgalerie veranstaltet sie die Hauptausstelung, darüber hinaus beteiligt sie sich an weiteren spannenden Projekten, wie z.B. an den thematischen Besichtigungen der vom Karl IV. in der Prager Neustadt gegründeten Klöster und Kirchen, die durch eine Zusammenarbeit mit dem Prager Erzbistum ins Leben gerufen wurden. Das Prager Erzbistum wird im Jahr 2016 Festgottesdienste in den karolinischen Kathedralen und Kirchen abhalten. Die bedeutendste ist die Pontifikalmesse, zu der bedeutende Politiker und Vertreter der Kirche sowie ausländische Gäste eingeladen sind. Außerdem findet traditionell die nationale St.-Wenzels-Wallfahrt nach Stará Boleslav statt.
Das Museum der Hauptstadt Prag und der Prager Informationsdienst sind die Hauptbotschafter des Programms der Hauptstadt Prag.  Der Prager Informationsdienst hat bereits einen neue Webseite www.karlovapraha.cz (auch auf Englisch) ins Leben gerufen.

Das Festjahr prägt auch die Musikwelt. An dem Jahrestag des Kaisers Karl IV. findet ein Konzert des Ersten tschechischen Orchesters in der St. Veitskathedrale statt. Begleitend zu der Ausstellung „Kaiser Karl IV. 1316-2016“ findet eine Konzertreiehe des tschechischen Musikers David Eben und der Schola Gregoriana Pragensis statt und stellt die neu arrangierte und neu entdeckte Musik aus dem Hof Karls IV. vor.

Karl IV. im Ausland

Die Ausstellung und die Informationen über die Bedeutung von Karl IV. sollen nicht nur im tschechischen Innland bleiben. An der Präsentation der Persönlichkeit im Ausland arbeiten die Tschechischen Zentren gemeinsam mit den diplomatischen Vertretungen. Im Frühjahr 2016  soll es Präsentationen in Berlin, Haag, Madrid, Mailand, München, Moskau, Sofia, Seoul, Warschau geben, ferner auch in New York und Tokio. Im Laufe des Jahres kommt die Ausstellung z.B. auch nach Los Angeles, Petrograd, Washington, Genf oder auch nach Sao Paulo. Die Ausstellung wird auch im Ausland mit einem Begleitprogramm in Form von Gesprächen, Vorträgen und Podiumsdiskussionen mit Fachleuten ergänzt. Darüber hinaus entsteht auch eine mobile App in mehreren Sprachen.

Für eine erfolgreiche Werbung sowohl im Inland als auch im Ausland sorgt auch die Tschechische Zentrale für Tourismus – CzechTourism. In der Werbekampagne werden Reiselustigen Orte präsentiert, die in Zusammenhang mit der Herrschaft von Karl IV. stehen. Diese Orte versprechen in dem Jubiläumsjahr königliche Erlebnisse. Verlockende Fotos und spannende Videos wurden u. A. auf der Burg Karlstein, in dem weltberühmten Kurort Karlsbad, in der Hauptstadt Prag oder in der malerischen Stadt mit der Burg Loket gedreht.